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Perfekt

Ich sehe mich fotografieren, zeichnen, sticken, schreiben.Doch laufe ich mit der Kamera durch die Straßen und traue mich nicht zu fotografieren. Doch nehme ich an einem Sketchnoting-Workshop teil und mache danach keinen Strich. Doch gehe ich zum Stickkurs und lasse das angefangene Bild unvollendet im Schrank. Doch sammle ich Notizbücher und schreibe keine Worte hinein. Weil das alles nicht perfekt ist. Weil ich nicht perfekt bin.

Bleistift

Wenn ich mir meine Notizbücher so anschaue, dann gibt es immer wieder Phasen, in denen ich ausschließlich mit Bleistift schreibe. Ganz egal ob Gesprächsnotizen, Konzeptideen oder Textbausteine. Eine Vorliebe könnte man meinen, eine Marotte vielleicht. Tatsächlich sind diese Bleistiftphasen jedoch eng verbunden mit unzähligen zweifelnden Momenten. Mein Unterbewusstsein möchte sich wahrscheinlich gerade dann die Option offenhalten, die Gedanken auszuradieren, weil sie nicht gut genug sind, nicht schlau genug, nicht innovativ genug. Scheinbar weiß es nicht, dass ich die Seiten auch einfach zerreißen kann, sie löschen kann auf die altmodische Art. Doch jetzt einfach so direkt zum Caran d’Ache greifen, zum Lieblingsstift im satten Olivton, so funktioniert es nicht, dieses Unterbewusstsein.